Glückskinder
„Also ich fühl mich generell besser, was das Körpergefühl angeht, habe aber auch das Gefühl, dass ich weniger krank bin und dass meine Haut besser geworden ist.“
Naima, 24, Barkeeperin, seit 5 Jahren vegan
Ich bin vegan, weil mir die Umweltfaktoren sehr wichtig sind. Aber natürlich auch das Wohl der Tiere und meine Gesundheit.
Veganismus bedeutet für mich andere Lebewesen, die Umwelt aber auch andere Menschen zu achten. Generell so wenig Schaden, wie möglich, anzurichten.
Also ich fühl mich generell besser, was das Körpergefühl angeht, habe aber auch das Gefühl, dass ich weniger krank bin und dass meine Haut besser geworden ist. Also ich hatte früher oft Unreinheiten und mittlerweile eigentlich gar nicht mehr.
Also am Anfang ist der Umstieg, denk ich, schon schwer. Vor allem, wenn man nicht so viele Leute kennt, die schon vegan sind. Aber nach und nach fällt es einem eigentlich gar nicht mehr auf, dass man gerade umsteigt. Also bei mir war fielen zuerst die Milch und Eier weg und dann nach und nach der Käse. Das ist mir aber fast nicht aufgefallen, weil es dann doch so viel gibt, was man kochen kann und mit Rezepten wird es dann einfacher.
Also mein allerliebstes Gericht ist Kartoffelpüree mit Brokkoli mit Mandelsplitter als Topping. Das ist sehr einfach und mag eigentlich jeder.
Ich würde Leuten, die es ausprobieren wollen, empfehlen am Anfang nicht zu streng mit sich zu sein. Also auch wenn man nur mal Milch und Eier weglässt, ist das schon ein großer Schritt und das andere kommt dann, denke ich, nach und nach.
„Veganismus bedeutet für mich, dass ich der Umwelt was Gutes tun kann, dass ich den Tieren was Gutes tue und mir selbst auch.“
Tobi, 22, Student, seit 4 Jahren vegan
Ich bin vegan, weil ich Bock darauf habe und ich das Gefühl habe, dass es genau das Richtige für mich ist.
Veganismus bedeutet für mich, dass ich der Umwelt was Gutes tun kann, dass ich den Tieren was Gutes tue und mir selbst auch.
Nach dem Essen fühlt man sich nicht so schwer und müde, wie wenn man Fleisch gegessen hat.
Der Umstieg ist mir gar nicht schwer gefallen, weil ich’s ausprobieren wollte, doch es war gar nicht geplant, dass es dann so bleibt. Aber es hat mir dann so gut gefallen, dass ich dann einfach nie wieder zurück zu Fleisch und tierischen Produkten gegangen bin.
Also ich persönlich habe keinen Unterschied gemerkt. Fleischesser sagen natürlich, dass man ohne Fleisch nicht so leistungsfähig ist und weniger Kraft hat, aber ich finde das nicht und mach sie trotzdem alle fertig.
Also mein Lieblingsessen ist grundsätzlich asiatisch. Ich mag die asiatische Küche sehr gern, weil da generell auch viele vegane Gerichte vorkommen.
Mein Lieblingsgemüse ist die Karotte und ab und zu nehme ich mir dann, wenn ich rausgehe, eine Karotte mit und knabber dran.
Also ein Tipp wäre auf jeden Fall: Wenn du das wirklich willst, dann schaffst du das auch! Und dann sollte es auch gar keine Probleme geben.
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„Ich habe mehr Energie und bin fitter. Und schlafe besser und habe auch das Gefühl, dass es allgemein für meinen Körper und den Magen besser verträglich ist.„
Vivi, 23, Kellnerin/Tanztrainerin, seit 2 Jahren vegan
Ich bin vegan, weil ich das das Beste für die Umwelt und das Gesündeste für meinen Körper halte.
Veganismus bedeutet für mich ein Miteinander mit den Tieren und kein Gegeneinander.
Ich habe mehr Energie und bin fitter. Ich schlafe besser und habe auch das Gefühl, dass es allgemein für meinen Körper und den Magen besser verträglich ist.
Gerade der Umstieg von der Vegetarierin zur Veganerin fiel mir ein bisschen schwer, weil ich Käse eigentlich ganz gern mochte, aber man gewöhnt sich eigentlich schon schnell dran.
Also ich liebe die asiatische Küche und die ist hauptsächlich vegan, also viel Curry und scharfes Essen, auch indisch.
Was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, dass man nicht davon ausgehen darf, dass man jetzt nur noch Gemüse essen kann. Die vegane Küche ist sehr vielfältig und auch sehr kreativ. Man muss sich nur einfach ein bisschen damit auseinandersetzen, aber das ist heutzutage mit Internet, Blogs und Kochbüchern eh relativ einfach.
„Da ist man hald so reingerutscht und dringeblieben.“
Anne, 35, Kellnerin, seit 6 Jahren vegan
Ich bin vegan, weil Gesundheit mir doch sehr wichtig war und natürlich immer noch ist.
Veganismus bedeutet für mich auf jeden Fall Gesundheit. Frische, gesunde Lebensmittel.
Mittlerweile mit Kind hat man schon andere Emotionen dabei. Dann kommt doch die Tierliebe dazu. Die ist wichtiger geworden.
Was hat mich verändert? Ja, mein Kühlschrank, meine Kochbuchsammlung. Man fühlt sich fitter. Nicht mehr so träge und müde auf jeden Fall. Der Tag beginnt eher. Und man geht bewusster einkaufen.
Der Umstieg ist mir eigentlich nicht schwer gefallen, denn es war nicht so geplant. Eine Freundin hatte eine Lebensmittelallergie, und dann habe ich dieses Buch von Atilla [Hildmann, veganer Kochbuchautor] entdeckt. Ich wusste damals nicht, wer das ist, und mir kamen die Lebensmittel sehr bekannt vor, die sie essen durfte und welche nicht, und dann hab ich ihr das geschenkt, zum Geburtstag. und spontan haben wird dann diese Challenge gemacht, 60 Tage vegan, so wie sie im Buch empfohlen wird. So kam das dann so. Da ist man hald so reingerutscht und drin geblieben.
Dann beschäftigt man sich mehr mit Ernährung und sieht, was man alles so macht und denkt erstmal drüber nach. Früher hat man gar nicht so drüber nachgedacht. Dann wird einem das alles erst bewusst. Ja, deswegen war das Zufall, würde ich sagen.
Ich liebe die indische und asiatische Küche… wenn’s explodiert im Mund, wenn’s knallt vor lauter Geschmacksimplusion.
Jeder Umstieg dauert halt, aber das Rauchen aufzuhören ist schwieriger.
„Also ich bin einfach allgemein fitter geworden. Die Neurodermitis ist größtenteils weggegangen und irgendwann ganz weggegangen.“
Fabian, 24, selbstständiger Webdesigner, seit 3,5 Jahren vegan
Ich bin vor dreieinhalb Jahren vegan geworden, weil ich ziemliche Neurodermitis hatte und einfach gedacht habe, dass ich mit der pflanzenbasierten Ernährung die Neurodermitis loswerde. Mein Bruder hatte auch Neurodermitis. Vor 2 Jahren hat er dann angefangen sich vegan zu ernähren und ist sie dann losgeworden. Dann habe ich gedacht, ich probier’s auch mal.
Dann habe ich angefangen mich 1 – 2 Wochen vegan zu ernähren und habe direkt schon eine Veränderung bemerkt. Ich bin einfach allgemein fitter geworden. Die Neurodermitis ist größtenteils weggegangen und irgendwann war sie dann ganz weg.
… also eigentlich wars mehr der gesundheitliche Aspekt – am Anfang.
Ja, ich bin jetzt schon über 3, 5 Jahre vegan, und umso länger man das macht, desto mehr Themen verbindet man damit, gerade so was Tierschutz und so weiter betrifft. Auch die Umwelt, und das war ja am Anfang nicht mein Hauptgrund, aber mittlerweile befass ich mich damit mehr, als mit der Gesundheit, weil die ist quasi eh „abgesichert“.
Durch die vegane Ernährung habe ich 15 Kilo abgenommen. Also, so ganz ohne Sport. Einfach nur durch gesunde, vollwertige, vegane Ernährung. Seitdem halte ich eigentlich das Gewicht, und das ohne krass Kalorien zu zählen. Einfach darauf achten, dass es gesund und abwechslungsreich ist. Und ja, ich bin glücklich damit.
…wäre mir wahrscheinlich schwerer gefallen, wenn ich nicht schon meine Mutter und meinen Bruder gehabt hätte, die sich schon vegan ernährt haben.
Es kommt auf die Familie an, ob‘s schwer oder leicht ist.
An sich ist vegan ja nicht schwer.
Spaghetti Bolognese geht immer.
Also erstmal muss man sich drauf einlassen. Man muss sich bewusst machen, dass man nicht einfach so quasi Fleisch oder sonst was weglässt und einfach nur noch Gemüse isst. Man muss hald schauen, dass man sich abwechslungsreiche vegan ernährt.
Ich schau einfach, dass ich viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und weniger von diesen Ersatzprodukten esse. Also nicht das die jetzt all zu schlecht sind, aber auch nicht gerade das Beste.
Einfach mal kucken, was es im Supermarkt gibt. Man sagt ja auch immer, vegan ist teuer. Aber wenn man halt, einfach mal diese Grundlagen, wie Gemüse, Reis oder Linsen, z.B. her nimmt. Diese kosten ja immer gleich viel. Egal, ob man vegan ist oder nicht. Und man bekommt davon alle Nährstoffe.
Mein Tipp. Einfach mal in den Laden gehen und gucken, was es gibt.
„Ich ernähre mich jetzt seit 2 Jahren vegan und ich lebe noch.“
Laura, 21, Studentin, seit 2 Jahren vegan
Ich ernähre mich vegan aus eigentlich allen erdenklichen Gründen. Bei mir ist aber Hauptgrund die Umwelt und ich liebe auch Tiere, immer schon. Und Tiere sind für mich darum kein Essen, sondern Freunde. Die Gesundheit ist halt auch noch ein toller Nebeneffekt.
Veganismus bedeutet für mich, mit kleinen Alltagsentscheidungen Großes zu bewirken.
Veränderungen habe ich jetzt eigentlich nicht so bemerkt, aber ich muss sagen, durch das, dass man Milchprodukte weglässt, und auch das Fleisch, welches kaum Ballaststoffe hat, fühlt man sich nicht mehr so schwer und müde nach dem Essen. Das hatte ich früher ganz krass bei Pizza, also eigentlich bei allem, was mit Käse überbacken war, und diese Müdigkeit habe ich jetzt nicht mehr.
Der Umstieg fiel mit tatsächlich nicht sehr schwer. Ich war zuerst einen Monat lang Vegetarierin und habe mich dann weiter informiert und ja, der Schritt zur Veganerin war dann nicht mehr wirklich weit.
Also ich habe schon, bevor ich mich vegan ernährt habe, Sport gemacht, und hab jetzt durch die Umstellung zur veganen Ernährung nicht wirklich einen Unterschied gemerkt. Was denke ich aber gut ist, weil viele ja Bedenken haben bezüglich Proteine, Eiweiß usw. Da habe ich jetzt z.B. gar nicht darauf geachtet und es geht mir gut, also ich bin noch genau gleich fit, wie vorher.
Mein Lieblingsgericht … ich glaube, das sind Falafelburger mit Süßkartoffelpommes oder einfach Ofengemüse. Ofengemüse finde ich generell richtig lecker. Couscous-Salat mag ich auch sehr gerne und natürlich das Standard-Veganer-Gericht: Kokos-Curry mit Reis.
Ein Tipp für Leute, die sich das überlegen, oder gerade dabei sind, umzusteigen, ist vielleicht einfach mit kleinen Schritten beginnen. Ich habe da mal ein gutes Zitat gehört: „Jeder Regen fängt mit einem Tropfen an.“ Ich glaube, wenn man einfach mal ein paar vegane Tage einlegt oder sich sagt „Ich lasse diese Woche jetzt einmal Fleisch oder Milchprodukte weg, ich versuch das jetzt mal“ und sich informiert und alles. Was man dann so rausfindet, ist, glaube ich, dann mit der Zeit Motivation genug, das wirklich durchzuziehen.
Einfach darüber nachdenken, ein Bewusstsein schaffen, ist schon ein Schritt in die richtige Richtung.
„Veganismus bedeutet für mich, dass ich meinem Körper etwas Gutes tue.“
Linda, 22, Verkäuferin, seit 1/2 Jahren vegan
Ich bin vegan, weil ich eine Laktoseintoleranz habe.
…dass ich meinem Körper etwas Gutes tue.
Nach dem Umstieg habe ich beim Sport bemerkt, dass ich mich beim Joggen oder auch Krafttraining leichter fühle. Außerdem, dass ich keine Bauchschmerzen mehr habe und mich generell viel besser fühle.
Der Umstieg fiel mir nicht schwer. Einerseits weil ich schon 4 Jahre lang Vegetarierin war. Anderseits wollte ich meinem Körper unbedingt etwas Gutes tun, weil ich immer schon ziemliche Bauchschmerzen durch Milchprodukte, die ich konsumiert habe, hatte und mir dadurch auch übel wurde. So war es für mich relativ leicht und einen Schlussstrich zu ziehen.
Was für mich ein großer Mythos ist, dass wenn man sich vegan ernährt, keinen Hochleistungssport machen kann. Ich selbst habe angefangen mich vegan zu ernähren, als ich beim CrossFit dabei war, und da waren auch andere Veganer. Es ist also überhaupt kein Problem, solange man auf seinen Körper schaut und dem Körper das gibt, was er will und braucht. Dann ist auch Hochleistungssport überhaupt kein Problem.
Meine Lieblingsgerichte sind Lasagne mit Sonnenblumenhack und Süßkartoffelsalat mit roten Zwiebeln.
Immer wieder neue vegane Gerichte ausprobieren. Man muss nicht gleich von 0 auf 100, sondern sich lieber langsam herantasten und sich viel informieren. So geht das, denke ich, eigentlich relativ einfach.
„Veganismus bedeutet für mich einen möglichst produktiven Beitrag zu leisten mit relativ wenig Aufwand.“
Lisa, 25, Studentin, seit 2 Jahren vegan
Ich ernähre mich vegan, weil ich einen Beitrag leisten möchte, die Umwelt schützen und vor allem kein Tierleid unterstützen möchte.
…einen möglichst produktiven Beitrag zu leisten mit relativ wenig Aufwand.
Ich habe bei der veganen Ernährung anfangs recherchieren müssen, was ist wirklich vegan. Ich habe mich mehr mit den Lebensmitteln, die ich konsumiere, auseinandergesetzt und dadurch ist automatisch ein bewussterer Konsum, und infolgedessen eine bewusstere Ernährung entstanden.
Veränderungen gab es bei mir wahrscheinlich deshalb auch nicht, weil ich viele Jahre vegetarisch gelebt habe. Ich habe grundsätzlich mindestens einmal jährlich einen Bluttest machen lassen, ob irgendwelche Mängel vorhanden sind und hab das mit der veganen Ernährung genauso weitergeführt, allerdings nie Probleme gehabt.
Es war anfangs etwas Aufwand zu recherchieren, was ist wirklich vegan, gerade bei Brot, das war anfangs eine Umstellung und ein wenig zeitintensiv, aber das ist dann ja nach einmal Recherchieren im Kopf.
Thai-Curry mag ich sehr gern, Chili sin Carne und Spaghetti Bolognese mit Sojahack.
Man muss sich meiner Meinung nach bei jeder Ernährungsform damit auseinandersetzen, was man zu sich nimmt.
Ein grundsätzlicher Tipp, auch für Köche und Gastronomie: die meisten Gewürze sind vegan, die kann man bedenkenlos verwenden. Und ich würde sagen, einfach mal und vor allem ausprobieren.
Viele haben Angst, dass man nichts mehr essen kann, vor allem kein leckeres Essen mehr, und nichts an Lebensmitteln übrig bleibt, außer Salat. Aber es gibt wahnsinnig viele Produkte, die vegan sind, und tolle Kombinationen, mit denen man richtig leckeres Essen zubereiten kann.




